Zürich,
25
March
2026
|
11:05 AM
Europe/Amsterdam

Schnellladeunternehmen fordern klare Rollentrennung im Schweizer Ladeinfrastrukturmarkt

Fastned, Electra, Ionity und AVIA Volt haben gemeinsam ein Schreiben an Bundesrat Albert Rösti, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), gerichtet. Die Unterzeichner fordern klare Rahmenbedingungen und Entflechtung der Energieverteilung, damit der Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur in urbanen Gebieten schneller, bedarfsgerechter und nutzerfreundlicher wird.

Hintergrund

Wer ein Elektroauto fährt, sollte ein einfaches Ladeerlebnis erwarten dürfen: eine funktionierende Station, kurze Ladezeiten, einen einfachen Bezahlvorgang und einen fairen Preis. In der Praxis ist das heute in vielen Schweizer Städten noch nicht selbstverständlich. Der Grund liegt nicht am fehlenden Kapital privater Anbieter, sondern an strukturellen Hürden, die deren Marktzugang erschweren.

In mehreren Kantonen und Städten kann dieselbe öffentliche Körperschaft gleichzeitig als Netzbetreiber, Marktregulator und Ladepunktbetreiber auftreten. Dies führt zu Interessenkonflikten und birgt das Risiko der Quersubventionierung aus regulierten Netztätigkeiten. Für Nutzerinnen und Nutzer hat das spürbare Konsequenzen: fehlende einfach zugängliche Ladeinfrastruktur in urbanen Gebieten, hohe Ladetarife von bis zu 1.20 CHF pro Kilowattstunde sowie mangelnde Preistransparenz und eingeschränkte Zahlungsmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass lokal geprägte Einzellösungen die Entstehung eines übergreifenden, interoperablen Ladenetzes erschweren. Statt nahtlos und schweizweit laden zu können, sind Nutzerinnen und Nutzer heute oft mit einem Flickenteppich unterschiedlicher Anbieter, Apps und Zugangssysteme konfrontiert.

Klare Regeln für mehr Wettbewerb und bessere Qualität

In anderen Ländern begrenzen Entflechtungsprinzipien bereits heute den Besitz und Betrieb öffentlicher Ladeinfrastruktur durch Verteilnetzbetreiber. Die Erfahrungen zeigen: Wo klare Regeln gelten und unabhängige Anbieter im Wettbewerb stehen, profitieren Endnutzerinnen und Endnutzer von besserer Qualität und Innovation, angemessenen  Preisen und zuverlässigen Stationen. Die Schweiz hat hier Nachholbedarf.

Konkrete Forderungen an das UVEK

Die vier Unterzeichner fordern das UVEK auf, klare Rahmenbedingungen zu erlassen, Rollen zu trennen und Interessenkonflikte zum Vorteil der Schweizer Bevölkerung zu beseitigen. Die konkreten Vorschläge umfassen drei Massnahmen.

Erstens die Entflechtung der Tätigkeiten: Die Rolle des Verteilnetzbetreibers ist klar von jener des Ladepunktbetreibers zu trennen. Verteilnetzbetreiber konzentrieren sich auf den Ausbau des Stromnetzes und veröffentlichen diskriminierungsfreie Netzanschlussprozesse, damit private Anbieter rechtzeitig investieren und Ladestationen errichten können.

Zweitens die Förderung der Beteiligung von Kantonen und Gemeinden: Konsequente Ausschreibungen und die Vergabe von Ladeflächen sollen nach den Kriterien Qualität, Preis, Verfügbarkeit und Nutzererlebnis gestaltet werden. Öffentliches Land soll dabei gezielt auch für Schnellladeinfrastruktur zur Verfügung gestellt werden, um vielfältige Bedürfnisse der Nutzer abzudecken.

Drittens die Förderung von Interoperabilität, universellen Zahlungsmethoden sowie Daten- und Preistransparenz: Offene Zahlungsoptionen sowie Echtzeitdaten zu Verfügbarkeit und Preisen sollen verbindlich vorgeschrieben werden, damit Laden einfach und transparent wird.

Die Unterzeichner ersuchen das UVEK zudem, gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern Orientierungsleitlinien zu entwickeln, die Interessenkonflikte zwischen Gemeinden, Netzbetreibern und Ladepunktbetreibern verhindern und so sicherstellen, dass alle Bevölkerungsgruppen Zugang zu einem zuverlässigen und erschwinglichen Ladenetzwerk erhalten.

Die Schweiz hat bewiesen, dass sie erstklassige Ladeinfrastruktur im Fernverkehr aufbauen kann. Damit dieser Erfolg auch in den Städten und somit vor der Haustüre gelingt und der Umstieg auf das Elektroauto für alle möglich wird, braucht es jetzt transparente regulatorische Rahmenbedingungen.

Tamara Blank, Public Affairs Lead Schweiz
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Über Fastned

Über Fastned

Fastneds Mission ist es, den Übergang zur Elektromobilität zu beschleunigen. Seit 2012 treibt das Unternehmen als Vorreiter die Entwicklung der europäischen Ladeinfrastruktur voran und unterhält ein schnell wachsendes Netz an Schnellladestationen. Die gelben Stationen im naturnahen Design schaffen eine einladende Umgebung für Autofahrende, für die das Aufladen von bis zu 300 Kilometern je nach Fahrzeugtyp lediglich 15 Minuten dauert. Fastneds Anspruch ist es, das zuverlässigste, bequemste und angenehmste Ladeerlebnis in Europa zu bieten. Millionen Menschen sollen so dazu inspiriert werden, mit Solar- und Windenergie zu fahren und gemeinsam mit Fastned dem Klimawandel etwas entgegenzusetzen. Fastned ist an der Euronext Amsterdam gelistet (AMS: FAST) und B-Corp-zertifiziert. 

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